Was ist im Handgepäck erlaubt und was nicht?

Bei der Frage nach dem Handgepäck im Flugzeug, geht es in erster Linie immer um die Sicherheit an Bord. Damit diese für alle Fluggäste und das Personal gewährleistet werden kann, gibt es Gesetze und Richtlinien, welche über Verbote im Zusammenhang mit dem Handgepäck entscheiden. Damit es nicht zu Verzögerungen und Diskussionen an der Gepäckaufnahme und den Sicherheitskontrollen kommt, sollten sich Fluggäste im Zweifelsfall immer für die Verstauung im eingecheckten Gepäck entscheiden.

Was darf ins Handgepäck?

Wertsachen gehören immer ins Handgepäck. Im Falle eines Verlust des Gepäcks im Frachtraum, können Passagieren auf die wichtigsten Dinge wie Geldbörse, Schlüssel, Pässe oder auch das Flugticket für die Rückreise zugreifen. Im Falle eines Gepäckverlustes wird ein maximaler Betrag von 1.300 Euro erstattet. Da dies bei teuren Technikgeräten wie Kamera oder Laptop oftmals nicht ausreicht, dürfen auch diese und anderen Wertgegenstände im Handgepäck transportiert werden. Je nach Fluggesellschaft sind extra Taschen für Handgepäck oder spezielle Notebooktaschen erlaubt, hier sollten sich Fluggäste im Zweifelsfall jedoch in den Bestimmungen der Fluggesellschaft informieren.

Generell gilt für die Mitnahme von Handgepäck für alle Flüge der Europäischen Union und der Schweiz die EU-Richtlinie für Handgepäck. Diese Regelung wird mittlerweile von vielen Ländern auf der Welt übernommen. Diese Richtlinie besagt, dass Flüssigkeiten und vergleichbare Konsistenzen wie Gels oder Cremes nur in Mengen von maximal 100 Milliliter im Handgepäck mitgeführt werden dürfen. Die Mitführung darf dabei ausschließlich in Einzelbehältnissen erfolgen, welche in einem wiederverschließbaren, transparenten Plastikbeutel bis maximal einem Liter aufbewahrt werden müssen. Unter diese Richtlinie fallen neben Getränken auch Zahnpasta, Deodorants, Parfüm oder Kosmetikartikel. Auch Rasierschaum, Haarspray oder Haarschaum, ebenso wie Marmelade, Joghurt oder Brotaufstrich dürfen maximal in 100 ml Behältern mitgeführt werden.

Darüber hinaus sind auch verschiedene Dinge des täglichen Bedarfs im Handgepäck in Deutschland erlaubt. Dies können Nagelscheren, Einmalrasierer oder auch Taschenmesser sein, Voraussetzung ist eine maximale Klingenlänge von 6 cm. Auch wenn diese Bestimmungen eingehalten werden, kann es an der Sicherheitskontrolle zu Problemen kommen, daher sollten Messer und Scheren generell nicht ins Handgepäck. Bei Flügen aus anderen Ländern kann es Abweichungen geben, hier hilft ein individueller Blick in die Bestimmungen der Fluggesellschaft.

Neben dem erlaubten Handgepäck, welches auch im aufgegeben Gepäck verstaut werden könnte, gibt es einigen Dinge die zwingend im Handgepäck transportiert werden müssen. Dazu zählen Lithium-Ionen Akkus, wie sie zum Beispiel im Smartphone zum Einsatz kommen. Aber auch E-Zigaretten müssen im Handgepäck verstaut werden und dürfen nicht in den Frachtraum.

Was ist im Handgepäck verboten?

Aus Sicherheitsgründen gibt es genaue Bestimmungen, welche Gegenstände in der Flugzeugkabine nichts zu suchen haben. Dazu zählen alle Arten von Waffen und deren Munition, aber auch Waffenimitate und Nachbildungen wie Spielzeugwaffen sind nicht erlaubt. Ebenso fallen scharfe Gegenstände unter ein solches Verbot, sodass Messer, Nagelscheren oder auch Stricknadeln die länger als 6 cm ausfallen, im aufgegebenen Gepäck landen müssen. Lose Rasierklingen sind verboten, ebenso wie andere Gegenstände die als Waffe zum Einsatz kommen könnten. Auch Dinge die bei der Selbstverteidigung zum Einsatz kommen, Elektroschockgeräte sind generell nicht erlaubt. Bei Pfefferspray gibt es tatsächlich von Airline zu Airline unterschiedlich. Hier gibt es eine Übersicht ob das Pfefferspray im Handgepäck oder im Koffer erlaubt ist.

Schlagwaffen, beziehungsweise Gegenstände, welche als solche genutzt werden können, Golf- und Baseballschläger, oder auch ein Skateboard, sind im Handgepäck verboten. Einem solchen Verbot unterliegen chemische und toxische Stoffe aller Art, ebenso wie Feuerwerkskörper. Flüssigkeiten und Mittel in ähnlichen Konsistenzen, welche nicht der EU-Richtlinie entsprechen, müssen vor dem Betreten des Flugzeugs ebenso aussortiert werden.

Eine Ausnahme stellen hier Medikamente und Babynahrung dar. Für Babynahrung, Wasser und Tee gelten keine Mengenbeschränkungen, aber auch diese sollten in transparenten Beuteln verpackt sein. Medikamente die während des Fluges benötigt werden sind ebenso von den EU-Richtlinie ausgenommen. Bei der Sicherheitskontrolle kann das Personal im Zweifelsfall jedoch einen Nachweis für die Notwendigkeit verlangen. Eine Bescheinigung des Arztes sollte daher immer neben den Medikamenten im Handgepäck aufbewahrt werden.