Mitten im Atlantik, gerade mal 120 Kilometer von der Afrikanischen Westküste entfernt, befinden sich die kanarischen Inseln, die Teil von gleich drei Kontinenten sind. Mit der Zugehörigkeit zu Spanien sind die Kanaren politischer Teil Europas. Gleichzeitig werden sie durch ihre Lage geologisch dem Kontinent Afrika zugeordnet. Und durch die Handelsschifffahrt der vergangenen Jahrhunderte ist die Kultur dort durch Lateinamerika beeinflusst.

Sieben Inseln plus Eine

Der kanarische Archipel ist Ergebnis eines vulkanischen Prozesses, der vor etwa 22 Millionen Jahren begann. Als erstes entstanden die östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote. Danach kamen die größte Insel Teneriffa, die schönste Insel Gran Canaria und die grünste Insel La Gomera hinzu. Die kleineren westlichen Inseln La Palma und El Hierro sind mit einem Alter von etwa 2 Millionen Jahren die jüngsten im Bunde. Sieben Dreiecke befinden sich auf der Flagge der Kanarischen Autonomen Region. Eine achte Insel wurde bis heute nicht mit Dreieck auf dieser Flagge bedacht. La Graciosa befindet sich nördlich von Lanzarote und ist mit circa 700 Einwohnern die kleinste bewohnte kanarische Insel.

Das Klima – Immer währender Frühling

Passatwinde und Meeresströme sorgen vereint dafür, dass sich das Wetter auf den Kanaren das ganze Jahr über auf hohem Wohlfühlniveau befindet. Nicht umsonst werden die Kanaren „Inseln des ewigen Frühlings“ genannt. Die Temperaturen schwanken während des Jahres nur unwesentlich. Im Sommer herrschen dort Maximaltemperaturen im Schatten von 29 Grad. Im Winter kann man bei angenehmen 24 Grad Celsius noch immer ein Bad im Atlantik nehmen.

Die Meteorologen unterscheiden zwischen Trockenzeit im Sommer und Regenzeit im Winter. Davon merkt man allerdings in den Südhälften der westlichen Inseln recht wenig. Durch die hohen Bergmassive verfängt sich der Passatwind an den Nordseiten der Inseln und sorgt dort für reichlich Niederschlag. Die Südküsten sind dadurch regelrecht regengeschützt. Im Winter werden im Süden der Inseln gerademal drei Regentage im Schnitt gezählt. Im Sommer Null! Die östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura sind durch die fortgeschrittene Erosion so flach, dass der Passatwind dort kaum Einfluss auf das dortige Klima hat. Dort unterscheidet sich das Wetter zwischen Norden und Süden kaum und ist so ganzjährig angenehm warm und trocken.

Die Kanarische Kultur und die Seefahrt

Christopher Columbus lag in Las Palmas de Gran Canaria vor Anker, um Vorräte und Mannschaft aufzunehmen, bevor er Amerika (wieder) entdeckte. Die Kanarischen Inseln sind seit ihrer Eroberung durch Spanien Dreh- und Angelkreuz für die Schifffahrt. Dadurch wurde viel der lateinamerikanischen Kultur importiert. So fahren prunkvoll geschmückte Wagen in Begleitung von heißen Samba- und Salsa-Rhythmen sowie leicht bekleideten Tänzerinnen während des zweitgrößten Karnevals der Welt durch die Straßen von Santa Cruz de Tenerife.

Die kanarische Identität wird vor allem durch für dort typische Architektur, Bildhauerei und Malerei zum Ausdruck gebracht. Tradition ist es, Feste mit typischen Trachten und kanarischer Folklore zu verschiedenen Anlässen in den einzelnen Dörfern auszurichten. In diesem Zusammenhang sind die sogenannten Romerias zu nennen, die ursprünglich Pilgerreisen waren und heute auf den Kanarischen Inseln Volksfestcharakter haben.

Nicht unerwähnt bleiben darf „El Silbo“. Das ist eine Pfeifsprache, die zunächst von den Ureinwohnern zur „Fernkommunikation“ entwickelt wurde und später von den spanischen Eroberern übernommen wurde. Heute wird mit den Pfeiflauten die Spanische Sprache übertragen. Inzwischen wird an Schulen der Insel La Gomera „El Silbo“ wieder gelehrt.

Die Kanarischen Inseln – Immer beliebter bei Urlaubern

Während im Jahre 2000 noch knapp 10 Millionen Besucher auf die Kanarischen Inseln kamen, war es 2016 schon 13,4 Millionen und der Trend zeigt noch immer nach oben. Die mit Abstand größte Volksgruppe, die die Kanaren besuchen sind die Briten (5 Mio.) gefolgt von den Deutschen (3,2 Mio.).

Mitteleuropäischer Standard bei den Hotels, der Infrastruktur und der medizinischen Versorgung in Kombination mit dem ganzjährigen großartigen Klima, machen die Kanarischen Inseln zu einer immer beliebteren Urlaubsdestination. Die einzigartige Flora und Fauna, die überwältigenden Naturlandschaften und die zahllosen, teils endlos erscheinenden Strände bieten Erlebnis- und Entspannungsurlaubern gleichermaßen eine unvergessliche Zeit auf dem Archipel der Vielfalt.